Zum Rollout

Entstehungsgeschichte der App

Früheste Phase

Unsere App hat eine lange Entstehungsgeschichte, welche in die 1990er-Jahre zurückreicht. Sie war als erstes CD-ROM-Multimediaprojekt des Diederichs-Verlags (welcher gleichzeitig Herausgeber der Wilhelm-Edition ist) gemeinsam mit dem Data Becker-Verlag angedacht. Jedoch war das Projekt noch seiner Zeit voraus; das Denken in Media-Projekten stand noch ganz am Anfang. Wenige Jahre zuvor hatte Adrian Stahel für die Eranos-Stiftung ein Datenmodell entwickelt, welches wir beinahe 1:1 in die vorliegende neue Auflage übernehmen konnten, ebenso wie die Ideen vieler Funktionen.

Die Jahre 2018-2020

Mit der russischen Softwareentwicklungs-Firma Edison erarbeitete Adrian Stahel erst im Alleingang einen App-Prototypen. Bald darauf kam Amando Zanetti, der Sohn eines Freundes, hinzu, welcher die Digitalisierung der Wilhelm- und Baynes-Werke und deren Übertragung in eine Datenbankstruktur übernahm. Stahel wusste, dass er für ein umfangreiches Projekt wie dieses weitere Digitalisierungs- und technisch begabte Kräfte brauchte; so wandte er sich an die Sinologie-Abteilung der Universität Zürich und deren Vorsteher, Prof. Wolfgang Behr. In weiser Voraussicht leitete Behr Stahels Anfrage an den damaligen Sinologie-Studenten Arthur Fritzsche weiter, der sich bei früheren Gelegenheiten schon als zugleich China- und technikinteressiert hervorgetan hatte. Fritzsche übertrug das klassische Werk von James Legge in die Datenbankstruktur und koordinierte bald die Arbeit einer grösseren Gruppe von Studierenden aus der Universität und ETH Zürich (siehe «Team»).

Interface-Design

Fritzsche setzte sich für ein möglichst modernes Interface-Design der App ein, welches bald danach in der noch unveröffentlichten Version 2.x der App realisiert wurde. Was als reines Interface-Redesign von einer Schwarzweiss- zu einer modernen Benutzeroberfläche geplant war, stellte sich jedoch als aufwändiger als erwartet heraus. Grosse Teile des Programmcodes mussten neu geschrieben werden.

Die Digitalisierungsarbeit

Die Übertragung der Bücher-Texte in eine feste Datenstruktur dient dem Zweck, die entscheidenden Stellen schneller auffindbar und die Bücher besser untereinander vergleichbar zu machen. Für jedes zu erfassende Werk ist ein(-e) Editor(-in) verantwortlich, der/die die Struktur der Yi Jing-Texte kennen muss. Fritzsche und Stahel halfen den Editoren dabei, die Buchabschnitte korrekt zu identifizieren und in der Datenbank unterzubringen. Für die Datenbank-Eingabe wird ein speziell an die Yi Jing-Datenbankstruktur angepasstes Datenbank-Tool verwendet. Die Editoren sind auch über die Publikation der von ihnen bearbeiteten Werke hinaus für deren Richtigkeit zuständig.

Die Qualität der Arbeit der Editoren war hoch. Insbesondere die Digitalisierung des lateinischen Pionierwerks von P. Régis, einer ukrainischen Wilhelm-Übersetzung durch Ilya Stepanov und des chinesischen Yi Jing-Kommentars von Yang & Zhang durch Shengrong Zhou waren umfangreiche Projekte.

Das Einholen von Copyrights

Unsere Bibliothek enthält bewusst verschiedene aussergewöhnliche Werke von besonderem Interesse für Kenner des Yi Jing. So liess Fritzsche auf Stahels Initiative den Originaltext des wohl ersten Yi Jing-Werkes aus dem Westen, das «Y-King» von Jean-Baptiste Régis, einem französischen jesuitischen Missionaren, von der Österreichischen Nationalbibliothek photographieren und lizenzieren, worauf der lateinische Text mittels OCR-Software erkannt und von den Editoren Nicolò Bernardi und später Caroline Stettler in mühsamer Kleinarbeit von den meisten Fehlern befreit wurde.

Zusammenarbeit mit der Softwareentwicklungs-Firma

Die Zusammenarbeit mit dem Programmierer-Team der russischen Firma Edison in West-Sibirien war angenehm. Während der meisten Zeit arbeiteten zwei Programmierer an der Entwicklung der App, geleitet von einem souveränen Chief Technology Officer. Zugute kam der Kommunikation zwischen uns, dass es zur Politik des Unternehmens gehörte, seine russischen Programmierer von der Firma bezahlte Englischkurse besuchen zu lassen, wodurch diese eine hohe sprachliche Kompetenz erreichten.

Gegen Ende der Entwicklungszeit haben wir zudem gelernt, mit dem Entwicklungsteam öfter via Skype zu kommunizieren statt fast alles auf Textbasis abzuwickeln. Vor allem beim eiligen Schreiben von Kommentaren und Kurznachrichten können viele falsche Annahmen und Missverständnisse entstehen, die sich im Laufe der Kommunikation weiter aufbauen können, was bei einem mündlichen Austausch mit der einfachen Möglichkeit, Fragen und Gegenfragen zu stellen, viel eher ausgeschlossen ist.

Die Intensität der Zusammenarbeit innerhalb unseres Teams belegt auch eine Zahl: Innert zwei Jahren wurden bereits über 12’000 E-Mail-Nachrichten ausgetauscht.

Wir sind stets bestrebt, weitere Copyrights einzuholen und eine breite Palette weiterer Werke zu erfassen.

 

Von Arthur Fritzsche (Content-Koordinator) am 20. Juli 2020; revidiert am 16. November 2025

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert